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Was ist Demenz?

Definition, Ursachen und Bedeutung für Betroffene und Angehörige

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Demenz ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der es zu einem dauerhaften Verlust geistiger Fähigkeiten kommt. Betroffen sind unter anderem das Gedächtnis, die Sprache, die Orientierung, das Denkvermögen sowie die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu bewältigen. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und ist nach heutigem medizinischem Stand nicht heilbar.

Bereits vor über 100 Jahren beschrieb der Neurologe Alois Alzheimer diese Form der Hirnerkrankung als eine „eigenartige Erkrankung der Hirnrinde“. Seine Beobachtungen legten den Grundstein für das heutige Verständnis von Alzheimer-Demenz und anderen demenziellen Erkrankungen.

Die Neurowissenschaftlerin Lisa Genova, Autorin des Romans Still Alice, fasst die Auswirkungen auf das Erleben der Betroffenen eindrücklich zusammen:
„Wenn das Gedächtnis verschwindet, verschwindet nicht die Person – aber die Welt, in der sie sich bewegt, verändert sich radikal.“ 

Demenz in Deutschland – Zahlen und Entwicklung

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Demenz zählt heute zu den häufigsten altersbedingten Erkrankungen. In Deutschland leben derzeit rund 1,6 Millionen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Jährlich werden etwa 300.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen.

Die internationale Demenzforscherin Miia Kivipelto, Leiterin der renommierten FINGER-Studie, warnt vor dieser Entwicklung:
„Die Zahl der Menschen mit Demenz wird sich drastisch erhöhen, wenn wir nicht konsequent gegensteuern.“
Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 nahezu verdoppeln wird. 

 

Unser Anspruch ist es, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen langfristig zu begleiten – von den ersten Fragen über die Auswahl der passenden Pflegeform bis hin zur fortlaufenden Unterstützung im Pflegealltag. Mit transparenter Beratung, fachlicher Expertise und einem offenen Blick für die menschliche Seite der Pflege möchten wir Sicherheit geben und Vertrauen schaffen.

Gerade für Menschen mit Demenz ist ein geeignetes Wohn- und Pflegeumfeld entscheidend für Lebensqualität und Wohlbefinden. Unsere Pflegewohngemeinschaften sind gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen mit demenziellen Erkrankungen ausgerichtet. Überschaubare Strukturen, feste Bezugspersonen und ein klarer Tagesablauf schaffen Orientierung, Sicherheit und Stabilität im Alltag. Die Demenzpflege erfolgt individuell, respektvoll und mit dem Ziel, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Behandlung und Umgang mit Demenz

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Trotz großer Fortschritte in der medizinischen Forschung ist eine Heilung von Demenz derzeit nicht möglich. Therapien zielen vor allem darauf ab, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und Symptome zu lindern. Eine ebenso zentrale Rolle spielt die individuelle Betreuung im Alltag.

Der Altersforscher David A. Snowden, bekannt durch die sogenannte Nun Study, bringt diesen Ansatz auf den Punkt:
„Wir können Lebenszeit nicht zurückdrehen – aber wir können Lebensqualität gestalten.“

Moderne Pflege- und Betreuungskonzepte konzentrieren sich daher darauf, Menschen mit Demenz so zu begleiten, dass ihre Selbstständigkeit möglichst lange erhalten bleibt, ihre Würde geschützt wird und soziale Teilhabe weiterhin möglich ist. 

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In unseren demenzspezialisierten Pflegewohngemeinschaften verbinden wir professionelle pflegerische Versorgung mit einem vertrauten, wohnlichen Umfeld. Der Alltag wird gemeinsam gestaltet und orientiert sich an den persönlichen Bedürfnissen, Gewohnheiten und Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner. Angehörige können darauf vertrauen, dass ihre Liebsten in einem geschützten Rahmen leben, in dem fachliche Kompetenz, Erfahrung in der Demenzbetreuung und menschliche Nähe zusammenkommen.

Neben der praktischen Pflege spielt auch die Orientierung in organisatorischen und finanziellen Fragen eine zentrale Rolle. In unserer Pflegesprechstunde beraten wir Sie umfassend zu allen Aspekten der Pflegefinanzierung, zu Leistungen der Pflegeversicherung sowie zu Möglichkeiten der ambulanten Pflege in der eigenen Häuslichkeit oder in einer Pflegewohngemeinschaft. Darüber hinaus nehmen wir uns Zeit, die persönlichen und emotionalen Hintergründe einer Pflegesituation zu besprechen und gemeinsam passende Lösungen zu entwickeln.

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